Henry Jacobi im Einsatz für den Nachwuchs

Zum fünften Mal stand für den ADAC Hessen-Thüringen die Talentsichtung Motocross auf dem Programm. Vierzig Fahrer im Alter von sieben bis 21 Jahren trafen sich beim MSC Sechshelden, um sich für die Förderprogramme 2017 zu empfehlen.

Henry Jacobi wurde erstmalig in die Fachjury berufen, um aktiv an der Auswahl der Förderkandidaten 2017 teilzuhaben. „Ich freue mich über diese Berufung, der ADAC Hessen-Thüringen unterstützt mich seit vielen Jahren und es ist super meine Erfahrungen an die jungen Fahrer weiterzugeben.“

Geprüft wurde der Nachwuchs in Fitness, Koordination, Reaktion, Technik und Persönlichkeit. „Es ist faszinierend, wieviel man über die Kleinen schon in einem persönlichen Gespräch erfährt.“

Weitere Mitglieder der Fachjury waren Collin Dugmore, Tim Koch, Dario Dapor, Sportwissenschaftler Roland Kleinwächter, Teammechaniker Oliver Maisch, Bereichsleiter-Offroad Sport Heiko Junge und Motorradreferent Stefan Beck.
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Hauptaugenmerk wurde natürlich auf das fahrerische Können gelegt. In einer Trainingssession und einem Rennen konnten die Fahrer beweisen, was in ihnen steckt. „Es war interessant zu sehen, wie sehr sich die jungen Fahrer anstrengen um in eines der Förderprogramme zu kommen. Natürlich müssen einige noch viel lernen aber es waren auch viele wirklich gute Kandidaten dabei. Ich glaube um den Nachwuchs in Hessen-Thüringen müssen wir uns keine Sorgen machen.“

Das deutsche Team glücklos bei den Motocross of Nations

Maggiora in Italien war der Schauplatz der wichtigsten Motocross- Veranstaltung des Jahres den Motocross of Nations. 38 Nationen tra- fen sich um den Titel „Beste Motocross Nation des Jahres“ auszufah- ren.

Der Thüringer Henry Jacobi war zum dritten Mal für das deutsche Na- tionalteam nominiert und ging hoch motiviert in das anstehende Wo- chenende. „Ich bin wirklich stolz und glücklich Deutschland wieder vertreten zu können und mit Max Nagel und Dennis Ullrich sind wir wirklich gut aufgestellt.“

Das bewiesen die drei Deutschen am Samstag bereits im freien Trai- ning. Während Max Nagel mit seinem dritten Platz zeigte, dass er zur Motocross Weltelite zählte, konnten auch Dennis und Henry mit je- weils Platz 12 in ihrer Session ein Ausrufezeichen setzen. „Ich bin bereits in den letzten zwei Jahren in Maggiora gefahren, die Strecke gefällt mir und ist auch an diesem Wochenende wieder in einem gu- ten Zustand.“

Das Drama begann allerdings in den Qualiläufen. Max kam bereits in der ersten Runde zu Fall und musste mit einer Rückenverletzung ins Krankenhaus. Auch für den ehemaligen Junioren Weltmeister sollte das Quali Race zum Stolperstein werden. Nachdem das Team Ger- many schon bei der Auslosung der Startplätze den Losgott nicht auf ihrer Seite hatten, und mit einem 35 Rang keinen idealen Platz am Gatter aufweisen konnten, hieß es nun mit einem guten Start ins Rennen zu gehen. Dies konnte der 19-Jährige aber nicht umsetzen. Er wurde direkt am Anfang des Rennens in einen Massensturz verwi- ckelt und nahm das Rennen mit einem krummen Lenker und einer defekten Kupplung auf. Trotzdem bewies er Kampfgeist und arbeitete sich bis auf Platz 22 vom Ende des Feldes nach vorne. Dieser Einsatz wurde jedoch nicht belohnt, denn kurz vor Schluss des Rennens ver- weigerte das Motorrad seine Dienste. „Ich habe wirklich alles ver- sucht, aber das Glück war nicht auf meiner Seite, so konnte auch ich keine Punkte fürs Team einfahren.“ Alles hing jetzt an Dennis Ullrich. Mit einer großartigen Leistung und Platz 11 in seinem Quali- Lauf, wahrte Dennis die Chance auf das B-Finale für Team Germany.“

Das B-Finale startete gut, Dennis konnte sich mit einem Holeshot die erste Position erfahren und auch der Förderpilot des ADAC Hessen- Thüringen erkämpfte sich schnell Position 13. Nachdem noch ein Fahrer des bis dahin führenden Teams Portugal ausfiel, sah es so aus, als wäre die Pechsträhne der Deutschen beendet und der so begehrte Platz in den Finals erreicht. „Nachdem ich von der Box die Anzeige bekam, dass ich noch eine Position gutmachen müsse, setze ich alles, um den vor mir fahrenden Piloten noch zu holen. Mein Ma- növer ging allerdings schief und ich verlor nach einem Sturz noch ei- nen Platz. Völlig unnötig wie sich herausstellte, denn meine Platzie- rung hätte gereicht um ins Finale einzuziehen.“

„Ich bin unglaublich enttäuscht. Obwohl alle Zeichen gegen uns Stan- den, haben wir nicht aufgegeben und weiter gekämpft. Es sollte aber nicht reichen. Das zeigt, dass wir ein unglaublich starkes Team sind, auch wenn das Ergebnis etwas anderes sagt.“

„Mein Dank geht an das gesamte Team – für das Wochenende, die Unterstützung, den Zuspruch und die Anfeuerungen. Im nächsten Jahr werde ich wieder alles geben um mir einen weiteren Start bei den Motocross of Nations zu verdienen. Meine besten Genesungs- wünsche gehen an Max Nagl.“

MXON Team Germany 2016 Maggiora, im Bild Henry Jacoby auf seiner Maschine
MXON Team Germany 2016 Maggiora, im Bild Henry Jacoby auf seiner Maschine

ADAC MX Masters Finale auf der Sarholz KTM

Nach einem Jahr Pause fand das Finale der ADAC MX Masters wieder auf dem 1.800 Meter langen „Schützenbühlring“ in Holzgerlingen statt. Auch für Henry Jacobi bedeutete das eine Rückkehr in alte Gewohnheiten, denn nach der Trennung von Honda feierte er in Baden-Württemberg das Comeback auf der Sarholz KTM.

„Die vergangenen Wochen haben wir viel getestet. Ich starte in Holzgerlingen mit der 250ccm KTM, da ich auch in Maggiora bei den MXoN mit dem Motorrad fahren werde. Bisher läuft alles gut, ich fühle mich sehr wohl auf der KTM.“

Das freie Training lief für den 19-Jährigen nach Plan. Die Session wurde genutzt um kleine Setup Einstellungen zu ändern. Mit Rang fünf konnte der ehemalige Pilot der ADAC Stiftung Sport ein gutes Ergebnis für sich verbuchen. Die Wetterbedingungen waren, anders als vorhergesagt, sehr gut und so ging der Thüringer motiviert ins Zeittraining. Platz sieben in seiner Gruppe bedeuteten die 14. Startposition für Lauf 1 und 2.

„Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit mir. Der harte, trockene und rutschige Boden passt nicht zu meinem Fahrstil und ich bekomme einfach keine schnellere Zeit hin.“

Der Rennsonntag zeigte sich dann von einer ganz anderen Seite. Bereits am Samstag Abend setzte ein leichter Nieselregen ein, der die Strecke vollkommen veränderte. Der harte Boden hatte sich in eine schlammige Rutschbahn verwandelt und so nutze das Mitglied des MSC Teutschenthal das Warm Up um sich auf die veränderten Streckverhältnisse einzustellen. Platz eins war das Fazit.

Der erste sonntäglich Lauf hatte es in sich. Die erfahrenen Masters Piloten hatten alle Mühe den rutschigen Kurs zu bewältigen. Jacobi hatte einen guten Start und nahm das Rennen von Platz 9 auf. Schnell konnte er sich auf den sechsten Platz vorfahren, da wurde das Rennen nach fünf Runden abgebrochen. „ Ich fühlte mich wirklich wohl, man musste sehr Rund fahren und behutsam mit dem Gas umgehen, das liegt mir.“

Für den zweiten Lauf hatte man sich nochmals alle Mühe gegeben, fahrbare Verhältnisse zu schaffen. Der Start lief für den Förderpiloten des ADAC Hessen-Thüringen ähnlich gut wie der erste. Als Achter kam er aus der ersten Kurve und schnell eroberte er Position sechs. Dann machte er allerdings einen Fehler, er kam ein wenig von der Idealspur ab und stürzte. „Ich steckte unter dem Motorrad fest und kam ohne fremde Hilfe nicht mehr raus. Der Fehler ärgert mich wirklich, es wäre nochmal ein gutes Ergebnis geworden.“

„Ich möchte mich bei KTM Sarholz für die schnelle Hilfe und das Bereitstellen des Motorrads für die letzten Saisonrennen bedanken. Jetzt konzentriere ich mich voll und ganz auf nächstes Wochenende in Maggiora. Ich werde mein Bestes geben um für das Team ein gutes Ergebnis zu erzielen. Wir sehen uns bei den Motocross of Nations.sb160917a032 sb160917a033

JTech Honda und Henry Jacobi gehen getrennte Wege

GP SchweizDer niederländische MXGP in Assen war das letzte Rennen für Henry Jacobi auf der JTech Honda. Das italienische Team und der Thüringer gehen ab sofort getrennte Wege.

„Es war eine einvernehmliche Trennung. Ich habe in dieser Saison viele Erfahrungen gesammelt und einiges dazu gelernt. Die Zeit in Italien war super und obwohl mir die Trennung von Zuhause nicht immer leicht gefallen ist, war es gut so, ich bin doch ein ganzes Stück erwachsener geworden. Jetzt haben wir aber verschiedene Ziele und deshalb habe ich mich entschlossen eine neue Richtung einzuschlagen. Leider werden wir deshalb auch nicht bei den letzten beiden Weltmeisterschafts-Stationen in den USA starten“

Die beiden noch anstehenden Veranstaltungen, die ADAC MX Masters in Holzgerlingen und die MX of Nations wird der 19-Jährige auf „Orange“ bestreiten. Wohin die Reise in der Motocross Saison 2017 geht, steht noch nicht fest.

„Wir haben einige Angebote vorliegen, die wir jetzt genau prüfen werden. Ende Oktober werden wir dann unsere Entscheidung bekannt geben.“

 

Pleiten, Pech und Pannen in Assen

MXGP_Assen2Die Niederländer lieben Motorsport jedweder Art und dies feiern sie ausgiebig. Die Besucherränge sind immer gut gefüllt und frenetisch wird jeder Fahrer, egal aus welchem Land er stammt, angefeuert. Besonders der TT Circuit Assen ist berühmt für großen Motorradsport und so ist es nicht verwunderlich, dass der MXGP-Tross zum zweiten Mal Einzug hielt auf dem Traditionskurs, der schon seit 1925 zu Rennen einlädt.

Das Wochenende begann gut für Henry Jacobi. Das JTech Honda Team hatte mit seinem Fahrer einige Setup Veränderungen unternommen. Dass diese erfolgreich waren, sah man im Freien Training, denn der Thüringer konnte mit Rang 16 eine gute Platzierung verbuchen und auf Platz 9 fehlte noch keine Sekunde.

Im Zeittraining konnte der 19-Jährige dann, trotz der guten Performance im Freien Training, keine schnelle Runde auf der 1500 Meter langen Sandstrecke zeigen. „Das Zeittraining ist immer noch nicht meine Stärke aber ich hatte auch einen technischen Defekt und das musste in der Box erst mal repariert werden. Danach fand ich keinen guten Rhythmus mehr. So langte es nur zu Rang 27, womit ich natürlich überhaupt nicht zufrieden war.“

Das Quali-Race startete vielversprechend. Der Förderpilot des ADAC Hessen-Thüringen hatte sich für eine gute Start-Taktik entschieden. Er wählte eine enge Innenspur und kam so an 14. Position aus der Startkurve raus. Schon beim ersten Passieren der Ziellinie war Jacobi auf Position 12. Ein Fehler und der daraus resultierende Bodenkontakt, beförderte ihn bis auf den 20. Platz zurück. Startposition 18 blieb dem Mitglied des MSC Teutschenthal zum Schluss.

Auch beim Start zum ersten Lauf von Assen sollte Henrys Start-Taktik aufgehen. Er wählte wieder die innere Spur und kam trotz eines Startgerangels gut durch die erste Kurve. Mit den schwierigen Bedingungen der, durch die sintflutartigen Regenfälle bedingten, schlammigen Strecke kam der ehemalige Pilot der ADAC Stiftung Sport extrem gut klar und er rangierte sich meisterhaft durch das Fahrerfeld, vor auf Platz 12. Dann der Schock, zwei Kurven vor Schluss, stoppte ein Defekt an Henrys Bike den Honda Piloten und so sollte die starke Fahrt von ihm nicht belohnt werden. „Ich bin natürlich wahnsinnig enttäuscht. Das war ein tolles Renen – und dann so ein trauriges Ende. Woran es gelegen hat wissen wir noch nicht genau, wir vermuten, dass irgendein Teil zu viel Dreck abbekommen hat.“

Beim 2. Lauf funktionierte der Start des Junioren Weltmeisters nicht so gut, aber trotzdem konnte er sich bis auf Platz 18 vorfahren. „Ich kam in eine Rille, rutschte mit den Füßen von den Rasten und stürzte. Danach bekam ich das Bike nicht mehr an, da musste ich das Rennen beenden“

„Es zeigt sich immer wieder, dass die Ansätze zu einer wirklich guten Leistung da sind aber wir bringen das einfach nicht ins Ziel. Daran werde ich weiter arbeiten“

Dritter Einsatz für die Motocross-Nationalmannschaft

MXoN Team Germany 2016 Dennis Ullrich ( KTM ), Henry Jacobi ( Honda ) und Maximilian Nagl ( Husqvarna )
MXoN Team Germany 2016
Dennis Ullrich ( KTM ), Henry Jacobi ( Honda ) und Maximilian Nagl ( Husqvarna )

Im Rahmen einer Pressekonferenz im baden-württembergischen Gaildorf fiel endlich der Vorhang und es wurden die Fahrer präsentiert, die am 24. und 25. September in Maggiora, Deutschland bei der Motocross-Mannschafts-Weltmeisterschaft vertreten werden.

Neben Teamkapitän Max Nagl, der in der MXGP-Klasse antreten wird und Dennis Ullrich, Vertreter der Deutschen in der Klasse MX Open, wurde der Thüringer Henry Jacobi für die MX 2 Klasse in das Nationalteam berufen.

„Ich freue mich wirklich darüber, dass man mir wieder das Vertrauen schenkt und ich mein Land in Italien vertreten darf. Zum dritten Mal bin ich jetzt schon dabei. Ich werde mein Bestes geben um ein gutes Ergebnis für die Mannschaft zu erzielen.“

In den letzten zwei Jahren reiste man bereits in dieser Teamkonstellation zu den Nations an und konnte mit guter Leistung überzeugen. Der neue Teamchef Wolfgang Thomas setzt also mit seiner Nominierung auf Konstanz. Dass die drei Fahrer sich gut ergänzen hat die Vergangenheit ja bereits bewiesen. Der neue Cheftrainer Marcus Schiffer wird den Fahrern vor Ort zur Seiten stehen. Als Ersatzfahrer wird Dominique Thury das Team Germany komplettieren.

„Das ist eine gute Teamkonstellation und ich bin stolz dabei zu sein. Ich hoffe, dass viele Fans vorbeikommen und uns anfeuern. Es wird ein tolles Event!“