Henry Jacobi beim FIM MX of Nations in Lettland am Start

Henry Jacobi MXoN 2014W@Steve Bauerschmidt

Vor der größten Herausforderung seiner noch jungen Karriere steht Henry Jacobi am kommenden Wochenende im lettischen Kegums. Der 17-jährige Thüringer wurde von Teamchef Hubert Nagl als Vertretung für den beim Finale des ADAC MX Masters schwer verletzten Marcus Schiffer nominiert. Dabei konnte die Entscheidung nicht sofort am Sonntagabend fallen, da Jacobi selbst mit einer Augenverletzung den Renntag beendete. Nachdem das Talent aus Bad Sulza die Nacht unter Beobachtung in einer Augenklinik verbrachte, kam nach eingehenden Untersuchungen am Montag das grüne Licht der behandelnden Ärzte und so konnten die Planungen aufgenommen werden. Mit der Berufung stand man dann vor einigen logistischen Herausforderungen. Flüge, Hotels und Leihwagen mussten gebucht bzw. umgebucht werden. Dazu musste der Transport der Bikes nach Lettland organisiert und auch sonstige Rahmenbedingungen wie z.B. die Beantragung der notwendigen WM-Lizenz geschaffen werden. In guter Zusammenarbeit mit dem Organisationsteam des ADAC, dem DMSB und dem KTM Sarholz Racing Team konnte alles in kürzester Zeit gestemmt und organisiert werden. So wird der Youngster auf der Grand Prix Rennstrecke in Kegums mit der Startnummer 20 die deutschen Farben gemeinsam mit Max Nagl und Dennis Ullrich vertreten.

Weitere Infos unter: http://www.mxon-team-germany.de

Henry Jacobi gewinnt Red Bull Holeshot Award 2014

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Auch wenn es am Ende noch nicht für den ganz großen Wurf, den Gesamtsieg im ADAC MX Youngster Cup, reichte, sicherte sich der 17-jährige Thüringer mit dem Red Bull Holeshot Award den lukrativsten Sachpreis der Serie. Mit dieser Prämie werden die Piloten für die schnellste Reaktion beim Start ausgezeichnet. Derjenige, der pro Lauf am schnellsten in die erste Kurve („Holeshot“) einbiegt, wird mit dem sogenannten Red Bull Holeshot Award belohnt und darf sich bei der Siegerehrung über einen Red Bull Überraschungspreis freuen. Dies war beim Blitzstarter aus dem KTM Sarholz Racing Team gleich fünfmal der Fall. Zugleich sammelt jeder Gewinner dieser Auszeichnung Punkte für die Gesamtwertung und in der Endwertung sicherte sich der Youngster aus Bad Sulza so überlegen den Red Bull Holeshot Award der Saison 2014. Als Sachpreise wurden Jacobi ein Red Bull Cooler in speziellem MX-Design sowie zwei VIP-Tickets für ein Special Event (MotoGP Rennen auf dem Sachsenring) von Red Bull inklusive einer Übernachtung für zwei Personen überreicht. Der Red Bull Cooler wird zudem für ein Jahr monatlich kostenlos mit Energydrinks aufgefüllt. „Der Red Bull Holeshot Award ist eine tolle Auszeichnung und ich kann mich nur bei meinem KTM Sarholz Racing Team bedanken. Die haben mir mit meinem Bike eine echte Waffe unter den Hintern gegeben und das hat mir bei so manchem Start geholfen. Sicher habe ich oft auch perfekt reagiert, aber wie auch sonst im Leben müssen halt einige Dinge immer richtig zusammenpassen. Das ist hier auf jeden Fall perfekt gelaufen.“

Augenverletzung trübt Freude über den Bronze-Rang

Henry Jacobi Teutschenthal 2014-2W@Steve Bauerschmidt

Zum Finale des ADAC MX Masters ging es für Henry Jacobi zu seinem Heimatclub nach Teutschenthal in Sachsen-Anhalt. Der hochtalentierte Youngster reiste als Drittplatzierter im ADAC MX Youngster Cup zur Grand Prix Rennstrecke in den legendären Talkessel. Dort hatte der 17-Jährige beim Grand Prix von Deutschland im Juni sein Debüt in der Motocross-Weltmeisterschaft gegeben und gleich den ersten WM-Zähler seiner noch jungen Karriere eingefahren. Im Showdown um den Gesamtsieg war alles drin, lagen die drei Titelkontrahenten doch nur um sieben Zähler getrennt an der Spitze des Zwischen-Klassements. „Nachdem ich verletzungsbedingt bei der zweiten Veranstaltung im österreichischen Ried nicht antreten konnte ist es für mich persönlich sensationell, dass ich hier beim Finale noch Titelchancen habe. Normalerweise hat man mit zwei fehlenden Läufen keine Chance mehr Boden gut zu machen. Das ist mir mit den Tagessiegen in Aichwald und Jauer aber eindrucksvoll gelungen und ich gehe ganz entspannt in die Titel-Entscheidung. Wenn ich am Ende als Dritter platziert bin, ist das auch eine ganz starke Leistung. Schauen wir also was kommt“, zeigte sich das Clubmitglied des veranstaltenden MSC Teutschenthal überraschend relaxt.

Am Freitag stand zunächst Medienarbeit auf dem Programm. Als Ersatzpilot der deutschen Nationalmannschaft stand der junge Bad Sulzaer den eingeladenen Medienvertretern bei der Presse-Konferenz des Nationsteams Rede und Antwort und zeigte seinen Speed beim anschließenden Show-Training auf der Strecke.

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Am Samstag wurde es Ernst für die Nachwuchshoffnung aus Thüringen und es galt in der Qualifikation eine gute Startposition für die entscheidenden Wertungsläufe am Sonntag zu erobern. Im freien Training freundete sich das Clubmitglied des MSC Teutschenthal mit der Rennstrecke an, stimmte die Sarholz-KTM auf die Streckenbedingungen ab und war als Fünfter im Spitzenfeld zu finden. Im Qualifikationstraining forcierte der Youngster aus Bad Sulza das Tempo nochmals und markierte die zweitschnellste Rundenzeit seiner Qualifikationsgruppe. Damit stand Rang drei in der Startaufstellung zu den alles entscheidenden Wertungsläufen am Rennsonntag zu Buche.

Henry Jacobi Teutschenthal 2014-1W@Steve Bauerschmidt

Nach einem entspannten Warm-up am Morgen ging es am Sonntagmittag mit dem ersten Wertungslauf in die Entscheidung. Mit einer starken Reaktion platzierte sich der 17-Jährige gleich im Spitzenfeld und übernahm nach nur wenigen Runden die Führung. Als Verfolger kristallisierte sich schnell Tabellenleader Stefan Kjer Olsen heraus und der Däne machte enorm Druck. Nach einem minimalen Fahrfehler von Jacobi nahm Olsen mehr Schwung aus der Rhythmus-Sektion mit und konnte mit dem Geschwindigkeitsüberschuss die Führung übernehmen. Jacobi versuchte gleich mehrfach zu kontern, aber der Däne war auf der Hut und wehrte jeden Angriff ab. So ging es dann über die Ziellinie und der Punkterückstand wuchs vor dem zweiten Wertungslauf auf zehn Zähler an. „Das ist nicht ganz nach meinem Geschmack gelaufen. Ich wollte gewinnen, aber es hat knapp nicht gereicht. Vielleicht kann ich das Ruder im zweiten Rennen nochmal rumreißen“, gab sich der Sarholz-Pilot kämpferisch.

Die Hoffnung war allerdings dann gleich nach dem Start gen Null geschwunden. Zum ersten Mal in der Saison gelang der Start nicht optimal und der Thüringer fand sich nur im Mittelfeld wieder, während die Titelkonkurrenz bereits an der Spitze ihre Runden drehte. In einem entfesselten Rennen kämpfte er sich immer weiter nach vorne, ehe kurz vor Schluss ein weiterer Rückschlag kam. Bei widrigsten Witterungsbedingungen und Regen hatte sich der Youngster im Rennverlauf der Schutzbrille entledigt und prompt traf ein Stein das ungeschützte linke Auge. Trotz starker Schmerzen und dem Sehverlust auf diesem Auge kämpfte er noch weitere Kontrahenten nieder und finishte am Ende als toller Vierter. Damit erreichte er im ADAC MX Youngster Cup als Dritter den Bronze-Rang im Gesamtklassement. „Ich bin stolz Dritter geworden zu sein und dass, wo mir zwei Rennläufe fehlen. Ich habe heute alles gegeben, ich bin total leer aber auch zufrieden denn mehr wäre nicht gegangen. Ich weiß, woran ich in der Zukunft arbeiten muss um noch besser zu werden“, zeigte sich der Sarholz-Youngster kämpferisch. Im Anschluss an die Veranstaltung ging es zu näheren Untersuchungen in eine spezielle Augenklinik nach Jena. Von dort kam dann am späten Abend die Entwarnung, dass die Verletzung ohne eine komplizierte Operation verheilen kann.

Resultate und Ergebnisse: www.adac-mx-masters.de 

Rang zwei wahrt Titelchancen

Jacobi01_Holzgerlingen2014@Steve Bauerschmidt

Zur siebten Runde des ADAC MX Masters reiste Henry Jacobi vom KTM Sarholz Racing nach Holzgerlingen in Baden-Württemberg. Der, wunderschön in die Landschaft des Schönbuch eingebettete, Schützenbühlring empfing den Thüringer als Meisterschaftsführender im ADAC MX Youngster Cup. Dieser zeigte sich bereits in der Qualifikation am Samstag hervorragend aufgelegt, dominierte mit den schnellsten Rundenzeiten seine Qualifikationsgruppe und lies sich die Bestzeit notieren. In der Startaufstellung stand die Sarholz-KTM mit der Startnummer 29 dann auf Startplatz zwei. „Dass die zweite Qualifikationsgruppe etwas schneller war, beunruhigt mich nicht. Die Strecke ist nach dem Wässern mehr und mehr abgetrocknet und da waren die Bedingungen einfach ein wenig besser.“

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Mit einer perfekten Reaktion schoss der 17-Jährige gleich bei beiden Starts an die Spitze des Feldes und übernahm die Führung. Allerdings währte die Freude darüber nicht lange und schon nach einer halben Runde lag er im ersten Lauf im schwäbischen Lehm. Im dichten Gedränge der ersten Runde dauerte es eine gefühlte Ewigkeit bis er mit seiner Sarholz-KTM wieder im Rennen lag. Um Rang dreißig liegend wieder los, kämpfte er noch in Runde eins zehn Kontrahenten nieder und kreuzte als einundzwanzigster zum ersten Mal die Ziellinie. Mit enormem Engagement und hohem Einsatz arbeitete er sich Rang für Rang nach vorne und finishte völlig ausgepumpt als toller Sechster. „Ich bin komplett leer und habe alles gegeben. Gleich nach dem Start wollte ich mich absetzen, aber in einer tiefen Rille hat es mich dann erwischt und ich musste zu Boden. Ich habe Riesenglück gehabt, dass mich im Gedränge der ersten Runde nicht noch jemand beim Aufheben des Bikes über den Haufen gefahren hat.“

Jacobi03_Holzgerlingen2014@Steve Bauerschmidt

Im zweiten Rennen hielt der Youngster aus Bad Sulza zunächst die Führung, musste diese nach einem kleine Ausrutscher jedoch wieder abgeben und finishte dann als Zweiter. „In der fünften Runde habe ich einen kleinen Fehler gemacht. Der hat mich die Führung gekostet, aber wenigstens konnte ich Rang zwei halten. Dann habe ich nochmal richtig gepusht und war am Hinterrad des Führenden. Beim finalen Angriff bin ich dann nochmal ausgerutscht und das war es leider. So war ich Zweiter und als Dritter auf dem Tagespodium. Das Red-Plate ist leider auch futsch, aber für das Finale in Teutschenthal ist noch alles drin. Auf Rang drei liege ich nur sieben Zähler hinter dem Cup-Leader, das wird ein wahrer Krimi“, so das Clubmitglied des MSC Teutschenthal.

Resultate und Ergebnisse: www.adac-mx-masters.de 

Mit Rang zwei clever die Spitzenposition behauptet

Zum ersten Mal reiste Henry Jacobi vom KTM Sarholz Racing Team mit dem Red-Plate des Meisterschaftsführenden im ADAC MX Youngster Cup zu einem Event des ADAC MX Masters. Austragungsort war am vierten August-Wochenende die ehemalige Grand Prix Rennstrecke „Auf der Wacht“ in Gaildorf. Auf der technisch sehr anspruchsvollen Hartboden-Rennstrecke hatte das Nachwuchstalent wie bereits während seiner Zeit im ADAC MX Junior Cup mit Bestleistungen und Siegen geglänzt und entsprechend selbstbewusst ging der Thüringer ins Renn-Wochenende. „Auf jeden Fall ist es mein Ziel die Meisterschaftsführung zu verteidigen. Das ist eine ganz enge Gesichte, denn aktuell bin ich ja mit dem Zweitplatzierten punktgleich und auch der nächste Verfolger liegt nur fünf Zähler zurück.“

Henry Jacobi Podium Gaildorf2014

Im ersten freien Training untermauerte der Junioren-Weltmeister aus dem Jahr 2010 seine Ambitionen eindrucksvoll und markierte mit einem Vorsprung von 0,811 Sekunden die klare Bestzeit in seiner Trainingsgruppe. In der Qualifikation am Nachmittag ging es dann um die besten Startplätze in den Wertungsläufen. Hier markierte der Youngster aus Bad Sulza die zweitschnellste Rundenzeit und stellte seine Sarholz-KTM so auf Startplatz drei. „Die Strecke wurde zum Ende hin immer schneller und griffiger. In meiner letzten fliegenden Runde habe ich zunächst die Bestzeit markiert, diese wurde dann aber in der allerletzten Runde nochmal unterboten. Aber ich bin voll zufrieden, die Rennen sind morgen und ich habe ein richtig gutes Startgate erwischt.“

Der Rennsonntag stand dann für den ADAC MX Youngster Cup unter keinem guten Stern. Am Samstagnachmittag und in der Nacht zum Sonntag regnete es mehrfach kräftig und die perfekt präparierte Piste verwandelte sich in eine Schlammwüste. Der veranstaltende MSC Gaildorf arbeitete bis spät in die Samstagnacht um den Fahrern am Sonntag gute Streckenbedingungen zu ermöglichen. Allerdings war die Strecke im Warm-up am Sonntagmorgen immer noch stark unter Wasser und nur gut zwanzig Piloten gingen überhaupt auf die Piste. Henry Jacobi nahm die Herausforderung an und markierte die zweitschnellste Rundenzeit. „Mir was es wichtig, die Strecke unter diesen Umständen kennenzulernen. Gestern hatte ich nur perfekte Bedingungen und wenn es dann später doch noch regnet, habe ich wenigstens ein paar Runden gedreht.“

Henry Jacobi Gaildorf2014

Als das Gatter zum ersten Wertungslauf fiel, schoss Henry Jacobi mit dem leuchtend roten Numberplate des Meisterschaftsführenden an die Spitze und sicherte ein weiteres Mal den Red Bull Holeshot Award. Noch in der Anfangsphase konterte der ärgste Titelkontrahent Calvin Vlaanderen und übernahm die Spitze. Doch Jacobi war hellwach, setzte den aus Südafrika stammenden Niederländer enorm unter Druck und ging schnell wieder die Führung. Diese kontrollierte er souverän, ehe die Rennleitung das spannende Rennen aufgrund eines Unfalls aus Sicherheitsgründen abbrechen musste. Die Erstversorgung der Verletzten sowie deren Abtransport nahm aufgrund der Schwere der Verletzungen viel Zeit in Anspruch und in Folge dessen wurde auf einen Re-Start des Youngster Cup Rennens verzichtet. Da bei Rennabbruch nicht die laut Reglement geforderte Zeit der Renndistanz absolviert worden war, erfolgte keine Wertung des Rennens.

So musste alleine der zweite Wertungslauf über den Tagessieg in Gaildorf entscheiden. Henry Jacobi startete wieder sehr gut ins Rennen und zeigte sich nach wenigen Kurven bereits auf dem zweiten Rang. Es dauerte nur kurze Zeit und die Startnummer 29 leuchtete an der Spitze des Feldes. Wie schon in Lauf eins kristallisierte sich nur Calvin Vlaanderen als ernsthafter Verfolger heraus. Rad an Rad jagten die beiden Kontrahenten um den Kurs und begeisterten die zahlreichen Fans. Immer wieder wechselte die Führung, ehe sich am Ende Vlaanderen durchsetzte und als Sieger vor Jacobi ins Ziel fuhr. Mit dem zweiten Rang behauptete der Sarholz-Pilot die Führung im Zwischenklassement und reist nun auch als Spitzenreiter zum nächsten Event nach Holzgerlingen. „In der Anfangsphase hatte ich alles gut unter Kontrolle. Dann passierten mir ein paar kleine Fehler und ich musste Calvin ziehen lassen. Zum Schluss habe ich einfach meinen zweiten Rang verwaltet. Es hätte nichts gebracht, auf Biegen und Brechen um den Sieg zu fighten. Die Strecke war so schwer zu fahren und das Risiko eines Sturzes enorm. Man muss an solchen Tagen auch einfach mal die Nerven behalten und versuchen, den unbedingten Siegeswillen so gut wie möglich zu zügeln. Unnötige Aktionen können am Ende den Titel kosten. So bin ich weiter in Front und habe alle Chancen.“